Die "ganze Geschichte" der Deutschen Maschinenbau AG:

 

1. Gründerjahre

2. die neue Fabrik für Serienfertigung

3. 1939-1945

4. Die Bilanz nach 10-jähriger Baggerproduktion

5. Hydraulikbaggerbau und Kranbau

6. Die Entwicklung von Großgeräten

 

Gründerjahre

Die DEMAG baute schon in den Gründerjahren Krane, die mit entsprechenden Einrichtungen für den Schüttgutumschlag eingesetzt wurden. Selbstgreifer statt der Kübel mit Bodenklappe kamen erst gegen etwa 1890 in Gebrauch. Die DEMAG stellte solche -Lokomotivdrehkrane- in Einheitsgröße her, DEMAG Normal Dampfkrane mit 6000kg Tragkraft (Modell I). Den Grundstein für eine spezielle Baggerproduktion legte die DEMAG, als sie sich durch Lizenzverträge mit der Carlshütte (Actiengesellschaft für Eisengießerei und Maschinenbau in Waldenburg-Altwasser) verband. Im Jahr 1925 übernahm die DEMAG Duisburg von der Carlshütte den gesamten Baggerbau einschl. Ingenieurstab (Kranschaufler, fast nur Schienenbagger). Im Organisationsplan der DEMAG wird bereits 1929 die Produktionsgruppe "K11" für Hafen- und Werftanlagen sowie für Krane und Bagger als eigenständige Abteilung aufgeführt. In diese Zeit fällt auch die Ablösung der Nietkonstruktion durch die Schweißtechnik; dies war eine Pionierleistung der DEMAG-Ingenieure. An Stelle des Schienenfahrzeuges wird der Raupenunterwagen eingeführt. Die Antriebsarten der Bagger waren: Dampf, Diesel und Elektro.

In dieser Entwicklungsperiode entstanden die Typen E20, E21, E22, E23 und E30, E31, E32, E33, E34 als Einmaschinenbagger und die Reihen der Mehrmotoren- Elektro- und Dampfbagger U21, U22, U32, U33, U34.


Die neue Fabrik für Serienfertigung

Als nach der Wirtschaftskrise der 30er Jahre der Baggerbedarf anstieg, hat der DEMAG-Vorstand entschieden eine neue Baggerfabrik zu bauen. Planungsgrundlage war, den Arbeitsablauf und den Materialfluß vom Materialeingang bis zum Werkprüfgelände modern und rationell zu gestalten. Neu und modern war damals statt Formenguß und Nietverbindung die Anwendung der Elektroschweißung. Für viele Bauteile mußte erst die schweißgerechte, technische Ausführung gefunden werden. Eine neue Technik war die Übertragung des Fahrantriebs vom drehbaren Teil auf den Unterwagen.

Von 1937 - 1939 wird unmittelbar neben dem Benrather Werk der DEMAG auf einer Fläche von 20.000 m² die neue Fabrik für den Serienbau von Baggern errichtet.

Am 1. April 1937 wird der Bagger- und Kranvertrieb von Duisburg nach Benrath verlegt. Die Anschrift auf den damaligen Druckschriften lautete:

DEMAG AG
Abt. Bagger und Normaldrehkrane
Düsseldorf-Benrath

Für den Vertrieb Ausland gab es die

DEMAG Export GmbH
Düsseldorf, Ernst vom Rath-Str. 55

Am 31. März 1939 erfolgte dann die Eintragung ins Handelsregister und somit die Gründung der DEMAG Baggerfabrik GmbH. In den verschiedenen Produktionsbereichen konnte im Jahre 1939 die Arbeit in den neuen Fertigungshallen nur uneinheitlich aufgenommen werden. So erfolgte nach Fertigstellung der Fabrik auch keine Einweihungsfeier. Als offizielles Datum für die Produktionsaufnahme im Werk DEMAG Baumaschinen gilt der 01.10.1939.

Gleich im ersten Jahr entstand der Bagger U 35 mit 5-7 m³ Hochlöffel. Verstärkt baute man nun die "K"- Reihe aus, um die Baureihen "E" und,"U" abzulösen. Diese Baggertypen wurden jedoch noch die Kriegsjahre hindurch und kurze Zeit danach weitergebaut.


1939 - 1945

Während des Krieges fertigte das DEMAG-Werk auch Stahlkonstruktionen für Radargeräte sowie einfache Drehkrane auf LKW- und Schienenfahrgestellen. In der Aufbauphase nach Kriegsende 1945 entwickelte man aus den Erfahrungen der alten Bauserien die neuen
Typen B 206, B 304, B 306, B 310, B 315, B 323, B 335, B 350 als DEMAG-Universalbagger sowie die DEMAG-Normaldrehkrane 306, K310 und K315.


Die Bilanz nach 10-jähriger Baggerproduktion

Es begann die Zeit der Durchbildung und Neuerung im Fertigungsprogramm. Am 1. Oktober 1949 feierte die DEMAG Baggerfabrik das 10jährige Bestehen. Das Produktprogramm wurde in diesem Zeitabschnitt noch um die Planierraupen R 609 und R 613 erweitert.

Mit Beginn der 50er Jahre wurden die Geräte, um den Anforderungen auf erhöhte Leistungen zu entsprechen, nach den neuesten Erkenntnissen umstrukturiert. Stärkere, schnellaufende Motoren wurden eingebaut. Hier bot sich der inzwischen herangereifte, aus dem Fahrzeugmotor entwickelte, luftgekühlte Einbaumotor an.

Die größere Motorleistung wurde teils zur Vergrößerung der Arbeitsgeschwindigkeit und teils zur Erhöhung der Grabkräfte an den Arbeitsgeräten genutzt. Diese Kraftsteigerung mußte ohne wesentliche Gewichtserhöhung, also durch geschickte Formgebung und gute Materialnutzung der verwendeten legierten, wärmebehandelten Stähle aufgefangen werden. Die Lagerung der Wellen wurde verbessert, indem man immer mehr Wälzlager anstelle der Gleitlager einsetzte. Schnellaufende Vorschaltgetriebe wurden in geschlossenen, ölgefüllten Getriebekästen untergebracht. Auch die äußere Gestalt der neuen Bagger und Krane nach Formgebungsgesichtspunkten wurde vorteilhaft verändert. In Anlehnung an die im Karosseriebau üblichen Bauelemente konnten formschöne Schutzhäuser mit einer gesonderten heizbaren Fahrerkabine und guten Sichtverhältnissen realisiert werden. Die Geräteführer konnten körperlich durch die pneumatische Servolenkung, die an Stelle der kraftfordernden mechanischen Steuerung trat, entlastet werden. In mühevoller Kleinarbeit entstand das neue Steuersystem. Die Kupplungen, Bremsen und andere Maschinen mußten der Luftbetätigung angepaßt werden. So entstanden die Typen der 400er und 500er Baureihe: B406, B408, B412 und B418.

Die Fortentwicklung der Baureihe 300 wurde mit den Typen BL312, BL315, BL323 und BL335 noch weiterbetrieben.


Hydraulikbaggerbau und Kranbau

1954 baute die DEMAG mit dem B 405 den 1. Vollhydraulikbagger. Er hatte bereits eine Zweikreishydraulik und die automatische Leistungsregelung. Die Deutsche Industriemesse 1958 in Hannover stand für uns und den Kran und Baggerbau im Zeichen des Drehmomentwandlers, eines Flüssigkeitsgetriebes mit vorzüglichen Eigenschaften. Das Fertigungsprogramm beinhaltete nun Universalbagger mit Raupenunterwagen, Universal-, Mobil- und Autobagger, Drehkrane, Schaufelradbagger und Grabfräse sowie eine Grabeinrichtung zum Anbau an Universalschlepper.

1960, auf der Deutschen Industriemesse in Hannover, beeindruckte die DEMAG mit ihren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften auf einer, "konzentrierten Baustelle" mit einem kompletten Baumaschinenprogramm, das einen modernen und wirtschaftlichen Straßenbau ermöglicht. Das Schwergewicht der DEMAG auf dem Sektor Maschinen für die Bauindustrie wurde noch unterstrichen durch die Neugründung der Baumaschinen Union GmbH (kurz BMU genannt) als Werksvertretung der Firmen DEMAG AG, DEMAG Baggerfabrik GmbH, Dinglerwerke AG und FMA Pokorny.

Durch den zunehmenden Kranbau in der Baggerfabrik erfolgte am 04.01.1968 die Umbenennung in "DEMAG Bagger und Kran GmbH". Eine weitere Umbenennung erfolgte am 18.12.1969 durch den Zusammenschluß mit der Dinglerwerke AG zur, "DEMAG Baumaschinen GmbH".

In beeindruckender Weise konnte die DEMAG 1971 auf der Hannover-Messe mit ihren Exponaten H8P, H11P, H11C, H15P, H15C,
H21C, H21LC, H31 und H41, bereits die Ablösung der Seilbagger durch die Hydraulikbagger dokumentieren. Nur die beiden Typen B406 und B410 fand man noch einige Jahre im Produktprogramm. Systematisch wurde jedoch die Hydraulikbaggerentwicklung weitergeführt. Man
zielte nun auf den Abnehmerkreis der Rohstoffgewinnungsbetriebe (Hartgestein, Kalk, Zement, Kies, Tagebaubetriebe) und auf den
Einsatz auf Großbaustellen.


Die Entwicklung von Großgeräten

1972 baute die DEMAG den H101 mit einer 5m³ Schaufel. Die hydraulischen Antriebe wurden auch 1973 bei dem 1. Gittermastkran dem CC280 übernommen. 1974 auf der Messe in Hannover stellte die DEMAG den Steinbruchspezialisten H71 der Fachwelt vor. Im Kranbereich baute DEMAG 1975 mit dem HC500 damals den größten Teleskopkran der Welt. Ein Jahr später -1976- erfolgte dann die Präsentation des damals größten Raupenkrans Europas des "CC1200" im Werk Benrath. Kunden und Journalisten aus dem In- und Ausland verfolgten die Vorführungen. 1976 war auch ein erfolgreiches Jahr im Baggerbau, DEMAG stellte den H111 mit 7,5 m3 Löffelinhalt der Fachwelt vor.
Am 02.02.1979 wird die Firmenbezeichnung "Mannesmann DEMAG Baumaschinen" in das Handelsregister eingetragen. Der H241 als 1.Großhydraulikbagger wird 1979 im Tagebau eingesetzt. Zwei Jahre später -1981- konnte man der Fachwelt den größten Raupenkran der Welt, den CC4000 vorführen. Gleichzeitig wurden 1981 die Kranaktivitäten nach Zweibrücken verlegt. Die Großhydraulikbaggerentwicklung wurde nun bei DEMAG systematisch durch mehrjährige Erfahrungen im Tagebaueinsatz unter schwierigsten Verhältnissen in Kanada, USA, Australien und Europa vorangetrieben.
1983 stellte die DEMAG auf der Bauma den H185 aus. Einen Meilenstein im Baggerbau setzte die DEMAG 1986 mit der Präsentation des H485. Viele Fachleute bewunderten den größten Hydraulikbagger der Welt. Mit einer Größenordnung bis 2500 PS Antriebsleistung dokumentiert Mannesmann DEMAG Baumaschinen, daß durch entsprechend installierte Technik und eingebaute Elektronik, in Zukunft jeder Baggerbedarf abgedeckt werden kann.

Mit Wirkung vom 15.02.1996 wurde ein Joint-Venture zwischen der DEMAG und Komatsu zu 50% gegründet. Komatsu war weltweit bekannt für den Bau kleinerer Bagger, die aber nicht in Steinbrüchen und Minen eingesetzt werden konnten. Nach 3Jahren, am 15.02.1999,
übernahm Komatsu die restlichen 50% der DEMAG.

 

Vielen Dank an Wolfgang Kellermann für die Infomationen!

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